© Antonia Weiße

Name: Konstantinos Bilias

Geburtsjahr: 1998

Heimatort/-land: Athen, Griechenland

Ehemalige Schule: Deutsche Schule Athen

Abschlussjahrgang: 2016

Deutschlandaufenthalt: seit 2016/2017 in Berlin


1. Ein deutsches Wort/eine deutsche Redewendung/ein deutsches Zitat, das mich beschreibt:

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“
 (Bertolt Brecht)

 

2. Das Wort, die Wortgruppe, das ich am häufigsten in Deutsch verwende:

„Frohes Schaffen.“ Sei es auf der Arbeit, in der Bibliothek oder im Allgemeinen in der Universität, gilt dies für mich als Abschiedsfloskel, da sich jeder in der Regel mit etwas befasst.

 

3. Ein Gefühl, ein Wort oder ein Bild, das ich mit Deutschland/Deutsch verbinde:

Dankbarkeit. Vor allem im Bezug auf das Gefühl, wenn man weiß, dass das Leben ohne bestimmte Elemente nicht so spannend und sicherlich mit weniger Chancen versehen wäre.

 

4. PASCH/Meine ehemalige PASCH-Schule bedeutet für mich:

Als ich mit 12 Jahren in der Deutschen Schule Athen aufgenommen wurde, wurde uns gesagt, dass diese Schule unser zweites Zuhause sein würde, was ich damals nicht wirklich verstehen konnte. In den folgenden Jahren habe ich bemerkt, dass Alumni aller Altersstufen bei der feierlichen Eröffnungsveranstaltung jedes neuen Schuljahres dabei waren. Das bedeutet für mich meine Schule, ein Zuhause, dem ich sehr viel zu verdanken habe. Auch 3 Jahre nach unserer Abifeier sage ich zu meinen Eltern immer wieder, dass sie mir das schönste Geschenk gemacht haben, indem sie mich in die Deutsche Schule Athen geschickt haben.

Alltag an der Universität, Zeichnen von Keramik © Antonia Weiße

5. Als ich noch PASCH-Schüler/Schülerin war, wollte ich nach der Schule...

Zunächst wollte ich Jura studieren. Dank einer Reise mit der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Schule Athen „Reise in die Geschichte“ in die Türkei und den spannenden Diskussionen mit meinen lieben Lehrern, die mich tatsächlich inspiriert haben, habe ich meine wahre Leidenschaft für Archäologie erkannt. Den Umgang mit der deutschen Sprache sowie die Möglichkeit, an einer der renommiertesten Universitäten mit langer Tradition in der archäologischen Forschung zu studieren, wollte ich nicht missen. Deswegen wollte ich dieses so spannende Studium in Deutschland anfangen.

 

6. Seitdem ich die Schule beendet habe und PASCH-Alumna/-Alumnus bin, ...

Seit 2016 studiere ich klassische Archäologie und klassische Philologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bisher war ich schon an einigen Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts und auch an Projekten mit den griechischen Behörden beteiligt. Ein Jahr lang war ich als studentische Hilfskraft (SHK) in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften im Corpus Medicorum Graecorum tätig. Jetzt, seit Dezember 2018, bin ich als studentische Hilfskraft des Winckelmann-Instituts für klassische Archäologie mit der Sammlung unseres Instituts beschäftigt.

 

7. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil...

…ich sozusagen die vita cotemplativa mit der vita activa, also die theoretischen mit den praktischen Aspekten der Wissenschaftswelt kombinieren wollte. Dazu passte nichts besser als mein ehemaliges „Hobby“: der Umgang mit der antiken Welt. Darüber hinaus ist es mir wichtig, die materielle mit der literarischen Seite der Antike als die beiden Seite derselben Medaille zu betrachten, und deswegen habe ich mich für eine Kombination mit der Klassischen Philologie entschieden. Diese Entscheidung habe ich aus tiefstem Herzen einerseits meiner Schule, da sie meine Neigungen zum Vorschein kommen ließ, aber auch dem DAAD zu verdanken, weil es ohne dessen Unterstützung gar nicht möglich gewesen wäre, diesen großen Schritt zu machen. Als ich mit dem Studium angefangen habe, habe ich mit großer Freude festgestellt, dass es noch interessanter und angenehmer ist, als ich es mir vorgestellt habe.

 

8. Ich bin besonders stolz auf mich, weil...

…ich als eine Art informeller Botschafter zwischen Deutschland und Griechenland dienen kann. Dadurch ist es auch möglich, eine weitere Kultur tiefgründig kennenzulernen, sich von Vorurteilen zu befreien und letzten Endes eine offene Lebenseinstellung für sich zu gewinnen, aber auch einen Berührungspunkt zwischen diesen zwei Kulturen darzustellen und zu beweisen, dass es mehr gibt, was uns verbindet, als was uns trennt. Dies verstehe ich als Vollendung des von unserer Schule angesetzten Versuches.

 

 

Bei der Ausgrabung in Kalopodi, Griechenland © Deutsches Archäologisches Institut Athen
In den Stabianer Thermen (Pompeij) im Rahmen des Q-Kollegs © Jessica Bartz

9. Mein derzeitiger Alltag ist...

Mein derzeitiger Alltag ist zum großen Teil den akademischen Angelegenheiten gewidmet. Man findet aber immer Zeit für einen guten Film, ein Theaterstück oder einen Spaziergang, wofür Berlin auch viel anzubieten hat. Ab und zu vermisse ich auch meine Familie und meine Freunde in Griechenland. Dafür habe ich aber viele internationale Freunde kennengelernt und dabei dient die deutsche Sprache natürlich als lingua franca. Einen solchen Alltag voll von wissenschaftlichen Chancen, kulturellen Anreizen und internationalen Kontakten auf einer deutschen sprachlichen Basis habe ich natürlich meiner Schule zu verdanken.

 

10. Mein Engagement als PASCH-Alumna/-Alumnus:

Die Initiative des PASCH-Alumni Netzwerkes hat sich mir bei der Studienaufnahme und auch der Wohnungssuche als sehr hilfreich erwiesen. Vor Studienbeginn hatte ich die Möglichkeit, auf einer Veranstaltung der Elternvereine von Absolventen vergangener Jahre praktische Tipps zu bekommen. Als auch ich dann genug Erfahrungen gesammelt hatte, habe ich zweimal das Studium der Altertumswissenschaften und das studentische Leben Schülern der 10. bis 12. Klasse vorgestellt. Dazu wurde ich 2017 zusammen mit zwei weiteren Alumni zum 1. Netzwerk-Treffen der Zentralstelle für das Auslandschulwesen  für die Alumni-Beauftragten der Deutschen Auslandsschulen in Berlin eingeladen. Da haben wir drei mit den aus aller Welt angereisten Vertretern von fast 30 Auslandsschulen über unsere Erfahrungen und Pläne diskutiert. Ich bin sehr froh zu solchem Engagement beitragen zu können und habe vor, in der Zukunft noch aktiver zu werden.

 

11. Nach meinem Schulabschluss bin ich PASCH-Alumni aus der ganzen Welt begegnet...

… und habe festgestellt, dass wir alle etwas gemeinsam hatten. Es geht nicht nur um die deutsche Sprache, die anstatt der englischen für uns als gemeinsame Basis gedient hat, was an sich als eine Erfolgsgeschichte für unsere PASCH-Schulen zu verstehen ist. Die Sprache stellt natürlich auch einen Kulturträger dar, Teilhaber dessen wir letztendlich sind. Und dies vollendet die besagte Erfolgsgeschichte. Ich habe gespürt, dass unabhängig von den verschiedenen Situationen, die wir in Deutschland erlebt haben, die Intimität, die Dankbarkeit und der allgemeine Bund zu diesem Land bei uns bleiben wird.

 

12. Von der Zukunft erwarte ich...

… mein Studium rechtzeitig und erfolgreich abzuschließen, um dann an einer deutschen Universität das Masterstudium fortsetzen zu können.

 

13. Mein Rat/Tipp an andere PASCH-Schüler/-Schülerinnen oder -Alumni ist:

Immer den Himmel anstarren, aber mit beiden Beinen auf der Erde stehen - also immer Träume und hohe Ziele zu haben, aber eben auch an die Grenzen des Möglichen zu denken. Wichtig ist, diese Grenze immer zu verschieben. Der griechische Dichter und Nobelpreisträger O. Elytis schrieb „Jeder hat seine Waffen“ und wir alle als PASCH-Alumni haben von unseren Schulen genug bekommen, um dies zu schaffen und unsere Träume zu verwirklichen. 

 

 

In der Sammlung des Winckelmann-Instituts © Antonia Weiße