Zwischenbericht: Was bedeutet Gleichberechtigung für dich?

Drei PASCH-Alumni aus Argentinien haben sich zum Ziel gesetzt, Bewusstsein für Ungleichheiten in den Geschlechterrollen zu stärken. Im letzten Jahr gewannen sie zusammen mit anderen Projektteams den Wettbewerb "PASCH-Alumni-Projekt des Jahres 2018". Um ihre Idee umsetzen zu können, wurden sie finanziell unterstützt. Nun berichten sie über die ersten Erfahrungen, die sie im Rahmen ihres Projektes "Was bedeutet Gleichberechtigung für dich?" gemacht haben.


Weißt du, wie hoch das geschlechtsspezifische Lohngefälle in Argentinien und Deutschland ist? Hast du schon von der geschlechtsneutralen Formulierung in der deutschen Sprache gehört? Kennst du die wichtigsten Persönlichkeiten der Frauenbewegungen in Deutschland und Argentinien?

Die Antworten auf diese Fragen haben wir gefunden, als wir mit der Durchführung unseres Projekts „Was bedeutet Gleichberechtigung für dich?“ angefangen haben. Mit unserer Forschung hatten wir Zugang zu neuen Informationen, die uns sehr überrascht haben.

 

Romina

Ich - Romina - habe viel über die geschlechtergerechte Sprache im Deutschen gelernt, was total unbekannt für mich war. In den letzten Jahren diskutiert man in Argentinien, wie man beide Geschlechter in Texten kenntlich machen kann. Aber ich hatte keine Ahnung, dass man das schon seit den 70er Jahren in Deutschland diskutiert.

Als ich angefangen habe, mich dafür zu interessieren, habe ich im Internet recherchiert und viele Leitfäden dazu gefunden. Auf dieser Grundlage habe ich die Aktivitäten für unseren zweiten Workshop geplant, weil wir Instrumente mit den Schüler/innen teilen möchten, die die Formulierung in geschlechtergerechte Sprache im Deutschen vereinfachen.

Im Februar habe ich auch die Vorstellung für eine Debattenrunde vorbereitet, die die Diskussion über Un- und Gleichberechtigungssituationen zum Ziel hat. Dafür habe ich viele beeindruckende Fotos ausgewählt, die mit unserem Alltag zu tun haben.

 

Nicolás

In meinem Fall habe ich - Nicolás - viel über ikonische Frauen in Deutschland gelernt. Ich studiere Geschichte an der Universität von Buenos Aires und finde Frauen, die sich in den 20er Jahren für die Gleichstellung der Geschlechter engagiert haben, spannend. In dem Buch „100 Frauen - 100 Jahre Frauenwahlrecht“ habe ich viel über Persönlichkeiten, wie die Sportlerin Gretel Bergmann und die Neurologin Cécile Vogt gelernt.

Auch in meiner Freizeit habe ich schon viele Bücher über Feminismus gelesen (z.B. „Das andere Geschlecht“ von Simone de Beauvoir), um zu entscheiden, welche Bücher die Preise für die Schüler/innen werden. Eine großartige Entdeckung war das Buch „Travesti – una teoría lo suficientemente buena“, das von der argentinischen Transaktivistin Marlene Wayar geschrieben wurde. Sie beschreibt, wie transsexuelle Menschen als Kinder von ihren Familien diskriminiert wurden, weil sie nicht dem heterosexuellen Modell folgten.

 

Was wir vorhaben

Unsere Analyse hat uns gezeigt, dass die sexuelle Aufklärung in der Schule eine wichtige Rolle spielt, damit Kinder und Jugendliche nicht für ihre Sexualität diskriminiert werden. Dank unseres Projekts hatten wir die Chance, etwas über die Gleichberechtigung in Argentinien und Deutschland zu lernen. Wir sind ganz gespannt darauf, über diese neuen Kenntnisse mit den Schülerinnen und Schülern zu sprechen.


Datum: März 2019
Verfasser: Romina Briones und Nicolás Kaspar